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Verehrte Chrampfer, Büetzer, Sponsoren, Kameradinnen, Kameraden
Geehrte Frau Margot Mundwiler, Gemeindepräsidentin von Siselen
geehrter Herr Hans Gross, Gemeinderat und Vorsitzender des Departement Kultur und Soziales der Gemeinde Finsterhennen, geehrte Sponsoren, liebe Gäste:
Im Namen der Schützengesellschaft Siselen möchte ich Sie herzlich zu unserer kleinen Bauabschlussfeier der neuen Zeigeranlage begrüssen.
Heute Abend möchten wir mit Ihnen zusammen, bei einem gemütlichen Höck mit frittiertem Fisch und Frites aus dem berühmten Hause- "Seechuchi Team Erlach" unseren Bauabschluss feiern.
Bis die Fische bereit sind, bitte ich Sie mir für einen kurzen Moment ihre Aufmerksamkeit zu schenken.
Kleiner Zeitsprung
Ab 1875, also seit 135 Jahren ist die Schützengesellschaft Siselen ohne Unterbruch aktiv.
Seit der Einführung der gesetzlich vorgeschriebenen Schiesspflicht ausser Dienst für wehrpflichtigen Bürger hat die Schützengesellschaft ohne Unterbruch die obligatorischen Programme durchgeführt und seine kulturelle Aufgabe zusammen mit der Gemeinde Siselen als Partner bis heute ohne Zwischenfälle gemeistert. Elektronische Hilfsmittel kamen erst viele Jahre später.
Zur Erinnerung: 23 Jahr nach der Vereinsgründung, 1898 wurden in Siselen die Hausbesitzer erstmals angefragt wer elektrisches Licht wünsche.
Worte wie digitale Schusserkennung und Bildschirmanzeigen mussten zuerst erfunden werden.
Unsere digitale Anzeige waren Menschen, die sich bereit erklärten, im kugelsichern Scheibenbunker auszuharren und nach einem vereinbarten Hupsignal, später mit Schwachstrom gespiesene Lichtsignale, aufgefordert wurden mit hochgehaltenen Zeigerkellen die Treffer und Punktzahl zu demonstrieren.
Am Sonntag 4. Oktober 09 haben eben solche Menschen wie unser Zeigerchef Arnold Schwab nach über 30 jähriger Tätigkeit zusammen mit Peter Schwab den letzen Treffer auf diese Art angezeigt.
Nun ist vermutlich auch der letzte aktive Scheibenstand im Berner Seenland umgerüstet. Siselen hat nun wieder einen wettkampffähigen und reglementkonformen Schiessstand. Was besonders in der heutigen Zeit nicht mehr selbstverständlich ist.
Denn es wird wiederholt Schiessplätze dem egoistisch, spekulativen Wohlstand Platz machen müssen. Beispiele hierzu gibt es genügend.
Siselen und Finsterhennen aber leistete auf politischer, nachbarschaftlicher, wie kameradschaftlicher Ebene eine Meisterleistung wo andere Regionen davon nur lernen könnten.
Nur dank einer solch starken Partnerschaft wurde für die heutige Zeit fast unmöglich geglaubtes möglich gemacht.
Damit aber ein Verein mit sehr bescheidenen Mitteln das alles überhaupt realisieren kann, braucht es drei Dinge:
1. Es braucht einen Verein der Mitglieder, Ehrenmitglieder, Veteranen und einen solch engagierten Vorstand vorweisen darf wie die Schützengesellschaft Siselen. Sie alle sind nicht nur einfach Mitglieder, sondern sind mit Herzblut dabei. Deswegen war es keine Frage unzählige Stunden ja sogar Ferientage zu opfern um einen solch anspruchsvollen Frondienst zu leisten.
2. Eine besonders starke Partnerschaft wie wir es mit den Gemeinden Finsterhennen und Siselen haben. Dank politisch innovativem Engagement der Räte, insbesondere durch Margot Mundwiler, Gemeindepräsidentin von Siselen und Werner Probst, Gemeindepräsident von Finsterhennen und dem hohen fachlichen Know how und professionellem Verhandlungsgeschick von Kurt Eggimann ist es zu verdanken, dass wir heute den Bauabschluss feiern dürfen.
3. Sponsoren, wie die Baufirma Zesiger aus Walperswil und Elektro Schwab AG aus Siselen, die uns mit sehr grosszügigen Preisabschlägen entgegen kamen. Ebenso einen Winkelmann Markus der spontan drei Urlaubstage anmeldete um sein professionelles Können als Baggerführer uns zur Verfügung stellten konnte. Solch Eigenschaften machten es möglich diesen Umbau umzusetzen.
Als Präsident der Schützengesellschaft Siselen, möchte ich Euch Sponsoren, Chrampfer, Büetzer, Kameradinnen, Kameraden und den beiden Gemeinden, insbesondere meinem Vorstand für all Eure Unterstützung herzlich danken.
Ich hoffe, dass Ihr nicht allzu sehr enttäuscht sind das ich nicht jeden einzeln, obwohl es alle verdient hätten, erwähnen kann. Darum beschränke ich mich auf zwei spezielle Kameraden. Unsere zwei ältesten
Alfred Franz und Erwin Winkelmann. Sie beide haben ihren 70. Geburtstag bereits vor 5 und 6 Jahren gefeiert.
Unser ältester, der Erwin. Ich glaube kaum, dass es einen Scheibenstand und Schützenhaus gibt das so viele Staubsauger stunden über sich ergehen lassen musste wie unser Betrieb. Er hat verbissen dafür gesorgt, dass wir nicht im Staub erstickten. Es gab aber Momente wo er richtig sauer wurde. Und zwar immer dann, wenn er mit gereizter Stimme rief, "Jetzt hets mer doch de Sack verjagt!" (was auch immer er damit meinte).
Und unser Alfred, mein Vorgänger und heutiger Ehrenpräsiden. Heute noch sorgt er dafür, dass unser Schützenhaus immer in einer sehr gepflegten Umgebung stehen darf. Darum war es für ihn keine Frage dafür zu sorgen, die zum Teil noch offenen Gräben mit dem anfallenden Bauschutt zu füllen und dadurch dem "Saugermaschinist" den Weg zu ebnen. Es ist nicht selbstverständlich in diesem Alter noch so viel körperliche Leistung vollbringen zu können.
Ihr seht also: "Ein Verein ist nur so stark wie seine Mitglieder. Aber verstärkt mit solch einem kameradschaftlichen Geist, einfach fast unbezwingbar".
In diesem Sinne wünsche ich Euch und uns allen einen gemütlichen und fischreichen Abend.
Euer Präsident
Christian Roffler